Plauen auf dem Weg zur Energiesparstadt
Vom Energiekonzept zur professionellen Energieanalyse
Dresden, 26. Oktober 2011. Die Stadt Plauen, eingebettet in die schöne Berg- und Naturwelt des Vogtlandes, beteiligte sich erstmalig an der Zertifizierung zum European Energy Award® (eea) und erhält nun am 7. November 2011 die offizielle Auszeichnung in Dresden aus den Händen des Sächsischen Umweltministers Frank Kupfer.
Die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH hat während des Audits im September die Gelegenheit genutzt und eine Entscheidungsträgerin der Stadt, die Fachbereichsleiterin für Bau und Umwelt Dr. Ilona Gogsch zu Motivationen und Zielen befragt. „Es hat alles 1991 mit der Erstellung eines Energiekonzeptes für die Stadt Plauen begonnen, das 1997 fortgeschrieben wurde." antwortet Frau Dr. Gogsch. Auf der Suche nach geeigneten Instrumenten, um die erneuerbaren Energien und die Erschließung von Einsparpotentialen im Vogtland und der größten Stadt des Landkreises voran zu bringen, war das Schlüsselerlebnis die Auszeichnung der Stadt Görlitz mit dem European Energy Award®. „Dabei wurde uns bewusst, dass der eea auch für die Stadt Plauen eine geeignete Möglichkeit der Analyse des energetischen Ist-Zustandes wäre." Seit 2009 beteiligt sich die Stadt Plauen nun mit einem engagierten Energieteam am Zertifizierungsverfahren.
Viel ist in der Zeit passiert. „Durch den Vergleich mit anderen europäischen Städten und Gemeinden kommt es zu einem sehr interessantem Erfahrungsaustausch. Dieser Austausch über Erfolg oder auch Misserfolg einiger der vorgestellten Projekte, gibt neue Ansätze für das eigene Arbeiten" so Uwe Hergert, Leiter des Energieteams. Er betont, dass Umweltschutz nicht nur mit CO2-Einsparungen oder erneuerbaren Energien zutun hat. Ein wichtiger Aspekt ist auch immer die wirtschaftliche Betrachtung, wo vor allem Kosteneinsparungen eine bedeutende Rolle spielen. Frau Dr. Gogsch stellt außerdem fest: „Durch den eea hat sich das Arbeiten in der Verwaltung verändert und gerade diese Veränderungen, dass Mitarbeiter eine andere Sichtweise zum effizienteren Umgang mit Energie bekommen, sei ein sehr verblüffender und maßgeblicher Punkt dieses Prozesses." Die Einbeziehung anderer Bereiche in das Programm, wie die Stadtbibliothek Plauen als Partner für Projektaustragungen oder ortsansässige Firmen, die ebenso ihren Energiehaushalt senken wollen, lässt den Erfolg des eea sichtbar werden.
Als prägnante Projekte nennt Frau Dr. Gogsch den „Tag der Erneuerbaren Energie 2011", der trotz aller Bedenken einen sehr großen Zulauf aller Bevölkerungsschichten gefunden und neue Maßstäbe gesetzt hat. Die Zertifizierung der drei Grundschulen in Plauen durch den Öko-Audit förderte die Begeisterung und das Herzblut an den gelebten Gedanken der ökologischen Ressourcenschonung zu Tage. Als weiteres Projekt nennt Hergert den Solarpark an der Autobahn, wobei hier keine landwirtschaftlichen Flächen beschränkt werden und sehr effizient Ökostrom produziert und verkauft werden kann. Plauens Dächer werden nun mit einem Solarkataster bearbeitet. Jeder Bürger kann sich darüber informieren, ob seine Dachfläche für Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlagen geeignet ist. „Diese Projekte und vor allem überhaupt das Nachdenken darüber, wäre ohne den eea wohl nicht möglich gewesen", so Hergert weiter.
Der eea auch im Privaten- Durch monatliche Zählerablesungen versucht Uwe Hergert herauszufinden, wo in Haushalten unnötige Energie verbraucht wird und wie Kosteneinsparungen auch privat realisiert werden können. Beratung zu einfachen Maßnahmen, wie die Anschaffung von schaltbaren Steckerleisten zur Vermeidung von Standby-Verlusten oder der Kauf von energieeffizienten Haushaltsgeräten, gehören für das Energieteam genauso dazu. Für Ilona Gogsch ist die Einflussnahme auf ihre eigenen Enkelkinder ein wichtiger Gesichtspunkt, damit die jüngere Generation schon von Anfang an mit dem Thema Umweltschutz bewusst geprägt wird.
„Für uns wäre es jetzt sehr schade aufzuhören, denn wir sind stolz darauf was wir geschafft haben und es gibt für die Zukunft ausreichend Potential für die Stadt Plauen", sagt Frau Dr. Gogsch zum Abschluss. Das Arbeitsprogramm bis 2015 zeigt für das Team sehr deutlich, was es zu tun gilt. „Auch sind eine Menge Projekte für die Effizienzsteigerung noch in Erarbeitung oder laufen gerade erst an. Aufgaben gibt es für die Zukunft genug und unser Potential ist noch längst nicht ausgeschöpft", so bestätigt auch Uwe Hergert. Die notwendige ausführliche, aber nicht geliebte Dokumentation von Daten und Fakten, nehmen alle Beteiligten für die aussagefähigen Ergebnisse gern in Kauf.
Informationen zum Programm European Energy Award® (eea)
Der European Energy Award® (eea) ist ein erprobtes Instrument für Städte, Gemeinden und Landkreise um Energie und Kosten zu sparen, Energie effizienter zu nutzen, die Nutzung erneuerbare Energien voranzutreiben und somit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Klamme Haushaltskassen und steigende Energiekosten stellen eine zunehmende Belastung für sächsische Kommunen und Landkreise dar. Aufgrund des
bisherigen Erfolgs des eea lebt zurzeit fast jeder zweite Sachse in einer eea-Kommune. Derzeit gibt es 38 sächsische EEA-Kommunen und zwei Landkreise. In der eea-Familie sind kleine Gemeinden wie Ossling oder Hohendubrau aber auch große Städte wie Chemnitz und Leipzig vertreten. Im Jahr 2011 haben sich bisher weitere 3 Kommunen am Projekt beteiligt, die es Plauen gleich tun möchten.
Die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH ist das unabhängige Kompetenz- und Beratungszentrum zu den Themen erneuerbare Energien, zukunftsfähige Energieversorgung und Energieeffizienz und ist die regionale Geschäftsstelle für den European Energy Award® in Sachsen. Offizieller Träger und Förderer ist der Freistaat Sachsen. Unter dem „Kommunalen Energie-Dialog Sachsen" (keds) werden alle Aktivitäten der Sächsischen Energieagentur – SAENA GmbH für sächsische Kommunen und Landkreise zusammengefasst. Die SAENA unterstützt diese bei deren Engagement im Bereich Steigerung der Energieeffizienz und dem Aufbau einer zukunftsfähigen Energieversorgung - u. a. in Form von Seminaren, Workshops oder Fachpublikationen.
Fachlicher Ansprechpartner:
Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH
Björn Wagner
Telefon: 0351 4910-3169
Fax: 0351 4910-3155
E-Mail: bjoern.wagner@saena.de
Pressekontakt
agentur - SAENA GmbH
Silke-Andrea Gerlach
Telefon: 0351 4910-3164
Fax: 0351 4910-3155
silke-andrea.gerlach
@saena.de

